
Wenn du dich mit dem Thema Gewichtskontrolle beschäftigst, stößt du früher oder später auf Artikel über Leptin. Das als „Sättigungshormon“ bezeichnete und von Fettzellen produzierte Leptin hilft uns, den Tisch zum richtigen Zeitpunkt zu verlassen, indem es das zuständige Zentrum im Gehirn über eine ausreichende Energiezufuhr informiert. Unter anderem sorgt Leptin dafür, dass das Verhältnis zwischen Hungergefühl und Sättigung im Gleichgewicht bleibt – vorausgesetzt, wir bringen den harmonischen Ablauf dieser Prozesse nicht durch einen ungesunden Lebensstil aus dem Gleichgewicht! Sehen wir uns heute genauer an, wie Leptin mit dem Abnehmen zusammenhängt.
Wie Leptin wirkt
Leptin ist ein anorexigenges Peptidhormon, das an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Die wichtigste Funktion von Leptin im Körper ist die Kontrolle des Appetits und damit des Körpergewichts. Darüber hinaus spielt es in Bereichen wie diesen eine Rolle:
- Fett- und Glukosestoffwechsel
- Thermoregulation des Körpers
- Regulierung des Blutdrucks
- Regulierung der Geschlechtsreife
- Regulierung der Knochendichte
- Bildung von Blutgefäßen
- Entzündungs- und Immunreaktionen
Leptinresistenz
Fettgewebe wird schon seit längerer Zeit nicht mehr lediglich als Energiespeicher betrachtet. Unsere Fettreserven sind aktiv an Prozessen beteiligt, die das Gleichgewicht im Körper gewährleisten. Als endokrines Organ produziert das Fettgewebe unter anderem Leptin. Da ein direkter Zusammenhang zwischen der Menge des Fettgewebes und dem Leptinspiegel im Körper besteht, produzieren Menschen mit erhöhtem BMI oder Adipositas größere Mengen Leptin als Menschen, deren Werte im gesunden Bereich liegen.
Ein über längere Zeit erhöhter Leptinspiegel führt zu einer verminderten Empfindlichkeit der im Hypothalamus des Gehirns befindlichen Rezeptoren gegenüber diesem Hormon. Genau diese Rezeptoren lösen das Sättigungsgefühl aus, das uns dabei hilft, die Größe unserer Mahlzeiten zu kontrollieren. Wenn wir das Gehirn an einen hohen Leptinspiegel gewöhnen, reagiert es schlicht nicht mehr darauf. Die auf diese Weise erworbene Leptinresistenz erschwert die Gewichtskontrolle. Darüber hinaus können erhöhte Leptinmengen auch zur Entwicklung einer Insulinresistenz und in der Folge zu Typ-2-Diabetes führen.
Leptin und effektives Abnehmen
Die von Leptin gesteuerte Appetitkontrolle macht es zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen gesteigerten Appetit. Eine gestörte Leptinproduktion beeinflusst bereits in den frühesten Lebensphasen eine unkontrollierte Gewichtszunahme.[1] Deshalb ist es so wichtig, bei Kindern und Jugendlichen auf ein gesundes Gewicht zu achten. Ein erhöhter Leptinspiegel in einer frühen Entwicklungsphase kann die Gewichtskontrolle im Erwachsenenalter erheblich erschweren. Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass die Folgen einer erhöhten Leptinmenge denen eines Leptinmangels entsprechen – in seltenen Fällen wird bei Menschen mit Adipositas eine unzureichende Leptinproduktion festgestellt, die auf erbliche Veranlagungen zurückzuführen ist.
Zwar ist der Appetit das Ergebnis vieler Faktoren, und ein gesteigertes Hungergefühl kann beispielsweise durch erhöhte körperliche Aktivität, niedrige Temperaturen, emotionale Reaktionen auf äußere oder innere Reize sowie eine unregelmäßige Ernährung und zu große Abstände zwischen den Mahlzeiten verursacht werden, doch die Wirkung von Leptin gegen Adipositas steht außer Frage. Leptin normalisiert die Einlagerung von Fettgewebe, aktiviert dessen Abbau und beeinflusst den Stoffwechsel.
Frauen haben aufgrund der Aktivität von Östrogen und des höheren Fettanteils ihrer Körperzusammensetzung von Natur aus einen höheren Leptinspiegel als Männer (die Konzentration kann sogar 2- bis 3-mal höher sein!).
Der Wirkmechanismus von Leptin ist gestört und erschwert die Kontrolle des Appetits:
- wenn die Menge des Fettgewebes zunimmt und dieser Zustand länger anhält;
- wenn wir intensiv abnehmen und der Leptinspiegel sinkt, der Appetit jedoch auf einem erhöhten Niveau bleibt;
- wenn wir zu wenig schlafen, da wir nachts am meisten Leptin ausschütten.
So kannst du die Kontrolle über Appetit und Gewicht unterstützen:
- Den tatsächlichen Kalorienbedarf berechnen und sich an gesunde Werte halten
- Langsam und zu regelmäßigen Zeiten essen
- Äußere Reize während der Mahlzeit reduzieren (Fernsehen, soziale Medien und alles, was uns ablenkt)
- Sich an im Voraus festgelegte Portionen halten
- Nach dem Essen der vorbereiteten Portion warten, bis die Information über die Sättigung das Gehirn erreicht, bevor man sich nachnimmt
- Mindestens 2 Liter Wasser täglich trinken
- Auf regelmäßige Schlafenszeiten achten
[1] https://endokrynologiapediatryczna.pl/contents/files/a_1685.pdf
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